Evangelischer Pfarrbereich Weißenfels Süd-Ost   

Gedanken zur Jahreslosung 2012

Gedanken zur Jahreslosung 2012

Freitag, 20. Januar 2012

 „Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“, so lautet die Jahreslosung aus dem 2. Korintherbrief für das gerade begonnene Jahr. Mit diesem Satz wird uns eine Verheißung zugesprochen, die wir vertrauensvoll annehmen können, die Mut machen will, für das Leben in unseren Gemeinden und auch für die ganz persönlichen Schritte auf den Wegen des neuen Jahres. Weil die diesjährige Jahreslosung aber auch besonders dazu einlädt, die eigene Perspektive zu wechseln und genauer wahrzunehmen, wie Gottes Kraft bei uns wirken kann, stellen wir in dieser Gemeindebriefausgabe einen Leserbrief aus Gröbitz an den Anfang. Lesen Sie also selbst... ...wie ein Kraftakt zum Akt der Kraft wurde.

In diesem Jahr hatte das Gröbitzer Krippenspiel für mich eine ganz besondere Bedeutung. Wie in den vergangenen Jahren auch, hatte ich in Voraussicht der vielfältigen anstehenden Aktivitäten in der Adventszeit bereits Anfang Oktober 2011 die Texte für das Krippenspiel ausfindig gemacht. Es sollten dieses Mal die Tiere im Krippenspiel zu Wort kommen. Die Menschen sollten eher nachgeordnet sein. Doch es kam für mich persönlich anders: Gerade die Menschen waren es, die dieses Krippenspiel für mich zu etwas besonderem werden ließen. 

Durch persönliche Umstände sah ich mich im November 2011 nicht mehr in der Lage, ein Krippenspiel auf die Beine zu stellen. Ich nahm diese Tatsache irgendwann entmutigt und resigniert hin. Die Zeit verstrich. Dann fragten die Kinder aus unserem Dorf bei mir an, ob man wieder ein Krippenspiel machen könne. Zudem bot mir mein Mann seine Unterstützung bei der Betreuung der Kinder an, und die Sache bekam eine eigene Dynamik. Wir probten auch bei uns zu Hause mit Musik, Plätzchen, Süßigkeiten und bei Kerzenschein. Die Kinder genossen diese Nachmittage noch im Anschluss an die Proben beim gemeinsamen Spiel und Spaß. Es schien alles wie immer. Und doch war alles anders, denn ich war zum ersten warum ist sie für Christen so wichtig? 

Mal bereit anzunehmen, was mir die Kinder und die Menschen in meiner Umgebung anboten. Das muss Advent sein. Das muss die Erwartung auf die Ankunft Jesus sein. Ich nahm teil an der Freude der Kinder und schöpfte Kraft aus unserem gemeinsamen Vorhaben – im Gegensatz zu vergangenen Jahren, in denen das Krippenspiel für mich in dieser sonst so hektischen Adventszeit zum Kraftakt wurde.

Das Krippenspiel am Heiligen Abend war vermutlich nicht nur für mich durch das beherzte Spiel der Kinder mit Leib und Seele ein sehr schöner Moment der Besinnung. Doch damit war die Sache noch nicht vorbei. In diesen Tagen erfuhr ich echten Dank für meine Bemühungen. Meine Tochter und ich wurden in der Kirche spontan umarmt, ich bekam einen sehr herzlichen Anruf und kleine Präsente,  man sprach mich auf der Straße und anderswo auf das gelungene Krippenspiel an. Natürlich war ich in jedem Jahr sehr stolz auf die Kinder. In diesem Jahr war ich jedoch auch stolz auf mich, weil ich erstmals empfinden, annehmen und zufrieden sein konnte. Dieses Krippenspiel war für mich zum Akt der Kraft geworden.

Wie war dies möglich, fragte ich mich, dass dies alles geschehen konnte ohne meinen sonst so aktiven und starken Willen? Die Antwort darauf offenbarte sich im Krippenspiel selbst. Mein Sohn hatte es als Hirte gesagt: „Ja, wir glauben und geh’n, den Retter zu seh’n.“ Sich leiten und manchmal tatenlos treiben zu lassen, zu hoffen und zu vertrauen, dass Gott für uns da ist, wenn wir ihn brauchen. Letzte Zweifel blieben dennoch bis mir kürzlich ein mir sehr nahestehender lieber Mensch das Buch von Margot Käßmann „Sehnsucht nach Leben“ auslieh. Dort steht es schwarz auf weiß: „Du kannst nicht tiefer fallen, als in Gottes Hand“

Mein  herzlicher Dank gilt den Krippenspielkindern und den Jugendlichen mit ihren Familien, meiner Familie, Annette und Stefan Uherek (als Darsteller von Maria und Josef), Herrn Schwammberger und meinem Vater für Ton und Technik. Ich wünsche Ihnen allen Gottes Segen für 2012
 
- Kerstin Kokerment
 
Solch ähnlich kraftvolle Entdeckungen wünschen wir als Redaktion allen unseren Lesern im Jahr 2012 und darüber hinaus!
 
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